Mittwoch, 3. August 2011

Roadtrip: Reise, Reise

In den vergangenen zwei Wochen fuhr ich mit meinem Freund Philipp durch halb Nordeuropa: Von Deutschland über Dänemark und Schweden nach Finnland mit Zielort Jyväskylä. Offizielles Ziel der Reise: Die World Rally Championchip 2011 in Finnland, der wir einen Besuch abstatten wollten, um einige unserer heißgeliebten Dreckschleudern zu sehen.
Vor dem Trip habe ich Philipp dann noch mit der Idee für ein Logo inspiriert, das sich als Logo für unseren Trip herausstellen sollte. Es zeigt einen nach oben gereckten Menschen, der jeden Centimeter sein Körperlänge nutzen will, um einen über ihn fliegenden Rallyfocus berühren zu können. Das ganze auf ein ACHTUNG-Hinweisschild geknallt und mit unserem Schriftzug versehen hat Philipp dann drucken lassen, damit wir es auf unseren Bulli kleben können.
Anfangs stand der Trip unter keinem guten Stern. Schon bevor Fehmarn erreichen konnten, wurden wir von der Polizei in Hamburg rausgezogen und erstmal mitten auf der Kreuzung kontrolliert. Auf die Frage, warum sie uns rausgezogen haben, meinten sie, dass zwei junge Männer mit einem Bulli verdächtig nach Kiffern aussehen würden. Das entlockte uns nicht nur einen irritierten Blick.
Vor allem das Bier im Getränkehalter des Beifahrers machte uns dann doch nervös, da wir keine Lust hatten, den halben Wagen auf der Kreuzung auszupacken und so waren wir froh, als sie uns nach kurzer Kontrolle der Papiere ziehen ließen.
Gutes Wetter war angesagt für Finnland, schlechtes jedoch für alle anderen unserer Reiseländer. So verbrachten wir die ersten beiden Tage bei Regen und Sturm in unserer fahrenden Burg, die mit Standheizung und Entertainment System aufzutrumpfen wusste. Also: Laptop per Aux an die Anlage, Sound aufgedreht und Filme geschaut. Der Sound war echt mörderisch und dadurch das die ganze Karre mitvibriert hat, hatte man ein echtes Kinogefühl.
Ein Wermutstropfen war allerdings das Faltdach, das sich als Wasserdurchlässig erwies, so dass wir zwei Nächte in Folge mit nasser Bettwäsche zu kämpfen hatten.
Bei schwerem Wind (siehe das 30 Schild im Bild) faltete sich das Dach zudem nicht mehr richtig zusammen, so dass immer einer von uns per Hand nachhelfen musste.
Ein Highlight war auch der Jäger, der uns, mitten in der Nacht, mit der Flinte in der Hand begrüßte und fragte, ob wir zu übernachten planten. Anscheinend tat ihm der Auftritt mit der Waffe im Nachhinein Leid, so dass er uns 5 Minuten später nochmal zwei gut gekühlte Pils überreichte, die wir als Schlaftrunk verzehrten, um trotz des Zerren des Sturms an unserem Hausboot schlafen zu können.
Trotz der recht beengten Platzverhältnisse in dem Bulli brachten wir bei Regen 90% des Tages darin zu und verliessen ihn nur zum Tanken oder andere Geschäfte. Auch beim Essen mussten wir auf nichts verzichten, da der Wagen mit einem doppelten Gaskocher und einer Spüle ausgerüstet war. Einzig die Müslischüsseln ließen sich dem Geschirrschrank nicht entlocken.
Auf einer einsamen Wiese in Dänemark folierten wir dann unser Logo beidseitig auf den Wagen, was uns bis zur Entfernung selbigens viele Blicke und Sympathien eintrug.
Den ersten Campingplatz steuerten wir in Schweden an, so dass wir nach 2 Tagen endlich die ersehnte Dusche bekommen konnten. Da hatten wir dan nauch gleich Gelegenheit, die Campingkarte, die man für Skandinavien unbedingt benötigt, zu kaufen. Ein Glück, denn wir sollten sie noch oft brauchen.
Ohne Mampf kein Kampf oder so. Unsere Ernährung auf dem Trip bestand morgens aus Cerials, mittags meistens aus Nudeln mit Saucen oder Pesto und abends aus Broten mit Aufschnitt. Ganz normal also. Bis auf den täglichen Bierkonsum natürlich :D
Nach einem Kurzaufenthalt von gerade einmal zwei Tagen verließen wir Schweden mit der Fähre von Stockholm nach Turku in Finnland. Hierbei seien mehrere Dinge erwähnt:

  1. die Fähre Schweden->Finnland ist spottbillig. Für 69 € kommt man mit zwei Personen und einem kleinen Wohnmobil 350 km weit nach Norden
  2. Die Fähre fährt 11 langweilige Stunde. 
Die vorbeiziehenden Landschaften schaffen es nicht, einen viel länger als zwei Stunden zu fesseln, da irgendwann die kleinen Inseln immer wieder gleich zu sein scheinen. Zum Glück fanden wir innerhalb kurzer Zeit den Platz, wo wir fast die ganze Überfahrt verbringen sollten: Das Skycafe mit Wlan auf dem obersten Deck der Fähre.




Die ersten Tage in Finnland verliefen wenig aufregend, da wir langsam in einen Trott fanden der Bestand aus:
Aufstehen, Frühstück, Spülen, Zähneputzen, Abbauen, Fahren, Mittagessen, Spülen, Fahren, Schlafplatz suchen, Aufbauen, Abendessen, Film schaufen, Zähneputzen, schlafen
Gelegentlich unterbrochen von Duschen, Schwimmen und sonstigen Freizeitaktivitäten.

Am Donnerstag der Rallywoche kamen wir dann endlich in Jyväskylä an und schafften es, den Shakedown bis auf das letzte Auto zu verpassen. Der anschließende Aufenthalt im Servicepark Paviljonki gab uns dann die Gelegenheit, die Fahrzeuge mal ganz aus der Nähe zu sehen und Karten, sowie Merchandisekram zu kaufen.


Am Abend es Donnerstags stellte sich heraus, dass meine Wahl des Campingplatzes eine herausragende war. Denn der Laajavuori Caravan park liegt DIREKT neben der dritten Wertungsprüfüng. Wir hatten also quasi die WRC im Garten :D
Das war mehr als eine Entschädigung für den verpassten Shakedown, so dass wir nun richtig auf Tuchfühlung mit dem WRC-Karren gehen konnten.


Der Caravanpark liegt an einem Skihang, der der WRC auch gleichzeitig als Rennstrecke dient. Von oben konnte man sehen, wie sich der Start/Zielbereich im Tal langsam mit rallybegeisterten Finnen füllte und die zunehmende Konzentration von Hubschraubern am Himmel (zwischendurch 3) deutete auf einen baldigen Start hin. Wir hatten uns gegen einen Aufenthalt im Startbereich entschieden, da dieser bereits am Anfang sehr überfüllt war und der Gipfel eine deutlich bessere Stelle bot. Nach den ersten fünf Fahrzeugen verlagerten wir unseren Standort und wandteren immer mehr dem Ziel entgegen ins Tal, immer begleiten von böse keckernden Rallykisten, die uns mit Dreck bewarfen.







Die weiteren Tage verbrachten wir mit Schwimmen, Essen und shoppen gehen, sowie natürlich weiteren WRC Events. Der Rückweg verlief änhlich wie der Hinweg nur 3 Tage kürzer, da wir einen Rückgabetermin für das Wohnmobil zu halten hatten. Trotzdem lief alles problemlos bis auf den Rausschmiss von einem Privatgrundstück, den wir aber selbst zu verantworten hatten.
Und nu Schluss mit der Quasselei und mehr Bilder von den geilen Karren:





















2 Kommentare:

Philipp hat gesagt…

Schöner Bericht. Ich bin Tag und Nacht an unserem Video :-) Es ist auch schon so gut wie fertig. Leider hab ich immer noch kein Internet sodass ich nur mit dem Handy am surfen bin...

Salami hab ich im Kühlschrank vergessen, dafür hab ich irgendwie alle Postkarten, auch die von den Boxengirls.

War ein klasse Urlaub.

Linda hat gesagt…

Klingt toll und aufregend! ok, bis auf die Sache mit den "geilen Karren". Ich werd nie verstehen was Männer an Autos so begeistert.